MPU Test – Das erwartet dich bei der Untersuchung vom Psychologen!

MPU TestSo ziemlich jeder hat schon mal davon gehört – der berühmt-berüchtigte Idiotentest bzw. die MPU (Medizinisch-Psychlogische-Untersuchung). Ein Thema, welches sehr schnell auf die leichte Schulter genommen wird, da man sowieso davon ausgeht, dass es einen selbst niemals treffen wird. Betroffen sind diejenigen, die…

  • alkoholisiert am Straßenverkehrs teilgenommen haben
  • unter Drogeneinfluss am Straßenverkehr teilgenommen haben
  • Straftaten oder andere besondere Umstände
  • zu viele Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg

Ich habe selbst eine MPU hinter mir, da ich leichtsinnig mit einem Verkehrsmittel alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen habe. Doch ich kann dich erst einmal beruhigen – der MPU Test ist kein Ding der Unmöglichkeit und den hartnäckigen Gerüchten, dass die medizinisch-psychologische-Untersuchung kaum zu schaffen ist, kann ich nur widersprechen. Wer gut vorbereitet ist und die Thematik versteht bzw. vor allem auch verinnerlicht hat, der sollte kein Problem beim bestehen des Testes haben. Ich habe den schwierigsten Teil innerhalb von gerade mal ca. 35 Minuten absolviert, wobei die durchschnittliche Gesprächszeit in der Regel bei 1-2 Stunden liegt. Das liegt aber auch nur daran, dass ich sehr gut vorbereitet war und ich auf jede Frage eine passende Antwort hatte bzw. nicht viele Fragen offen gelassen habe. Auf dieser Seite möchte ich meine Erfahrungen mit dir teilen und dir Tipps und Ratschläge rund um den MPU Test geben.

Kurz zur Theorie: was ist genau die MPU bzw. was kommt beim MPU Test auf dich zu

Die Medizin-psychologische-Untersuchung ist eine Maßnahme, die durchgeführt wird, um die Fahrtauglichkeit sicherzustellen. Aufgrund des Vergehens traut man dir nämlich nicht mehr zu, dass du in der Lage bist deinen Konsum zu kontrollieren und Straßenverkehr von diesem nicht trennen kannst. Um dieses Vertrauen zurückzuverlangen, gibt es die Untersuchung, die sicherstellen soll, dass man nicht wieder in alte Gewohnheiten zurückfällt und nun seinen Konsum in der Kontrolle hat. Wenn du im Straßenverkehr wegen Drogen oder Alkohol auffällig geworden bist, wird dir die jeweilige Behörde die Fahrerlaubnis entziehen. Je nach Umständen wird die Fahrerlaubnis sofort entzogen oder es wird der betroffenen Person die Möglichkeit gewährt, innerhalb eines bestimmten Zeitraum ein positives Gutachten bzw. einen positiven MPU Test vorzulegen. Doch in der Regel sind die Fristen so kurz gesetzt, dass eine positive MPU in diesem Zeitraum gar nicht möglich ist. Doch dazu später mehr. Erst einmal zu der Frage: wie ist die medizinisch-psychlogische-Untersuchung aufgebaut?

Die MPU besteht aus einem Medizinischen Test, einem Leistungstest, das Ausfüllen eines Fragebogens und dem schwierigsten Teil: dem psychologischen Gespräch

Aus der Gesamtheit der jeweiligen Bereich resultiert dann anschließend das Gutachten. Auf die einzelnen Bereiche, gehe ich im Folgenden ein.

Leistungstests

Bei den Leistungstests werden beim Prüfling die Konzentration, die Wahrnehmen sowie die Reaktionsschnelligkeit geprüft. Mittels einer Computersimulation soll die Person bestimmte Tests durchführen, bei denen es um diese Aspekte geht. Hier ein kleines Beispiel wie so ein Test aussehen kann:

Aufgabe: drücken Sie in die Richtung, in die der Pfeil auf dem Bildschirm zeigt.

 mit Computertaste „links klicken“.

Die Test steigern sich mit der Zeit und werden etwas „kniffliger“. Beispielsweise muss man dann später immer in die entgegengesetzte Pfeilrichtung klicken:

mit Computertaste „rechts klicken“

Das ist aber nur ein exemplarisches Beispiel. Es gibt viele unterschiedliche Test-Simulationen, sodass man nicht einen Test pauschalisieren kann. Aber grundsätzlich sind die Leistungstests bei der MPU das geringste Problem. Die Simulationen sind auf jeden Fall  relativ human bzw. machbar. Hierfür benötigt es auch in der Regel keine spezielle Vorbereitung. Bleib einfach ruhig und konzentrier dich auf den Test. Dann diese Hürde kein Problem sein.

Medizinischer Test

Auch der medizinische Test ist eher ein kleinere Hürde, die es zu bestehen gilt. Hier werden grundsätzlich grobmotorische Fähigkeiten und Körperfunktionen getestet. Dinge wie der Puls oder der Gleichgewichtssinn werden hier unter anderem zum Beispiel getestet. Der Mediziner fragt häufig auch schon das ein oder andere bezüglich des Alkohol- oder Drogenkonsum. Dieser kratzt aber nur ganz leicht die Oberfläche an und geht nicht ins Detail. Wo es beim medizinischen Test bremslich werden kann, sind die Proben, die entnommen werden. Bei einer Alkohol-MPU werden beispielsweise die Leberwerte gemessen. Sollten diese nicht der Norm entsprechen bzw. stark ausschlagen, wird man hier nachhaken. Denn zu hohe Leberwerte können auf eine Erkrankung hindeuten oder entweder natürlich einem zu hohen Alkoholkonsum in letzter Zeit. Würde es sich bestätigen, dass zu viel Alkohol getrunken wurde, dann kannst du wahrscheinlich davon ausgehen, dass das Gutachten negativ ausfallen wird. Denn dann sind die Aussagen bezüglich eines Abstinenzverhaltens oder eines kontrollierten Trinkverhaltens nicht mehr glaubwürdig.

Medizinischer Test bei Drogen-MPU

Beim Drogen-Konsum sind das ganze noch etwas anders aus. Hier werden sogenannte Drogen-Screenings veranlasst, bei dem der Prüfling in regelmäßigen Abständen entweder Urin-Proben oder Haaranalysen abgeben muss. Sollten die Screenings positive Ergebnisse im Hinblick auf den Drogenkonsum liefern, so kannst du auch hier ein positives Gutachten vergessen. Aber auch hier ist es ähnlich wie bei den Leistungstests. Wer sich zusammenreißt und hier sich nicht blöd anstellt oder unnötige Risiken eingeht, der wird auch keine Probleme haben den medizinischen Part positiv zu absolvieren.

Fragebogen und persönliche Angaben

Ein kleinerer Part, bei dem man eigentlich nichts falsch machen kann, ist das Ausfüllen des Fragebogens, in welchem persönliche Informationen wie z.B. Beruf, Lebenssituation, Hobbys oder Schulabschluss abgefragt werden. Hier sollte man einfach richtige und ehrliche Angaben machen. Es kann sein, dass z.B. die Fragen darin steht, wie man seine derzeitige Lebenssituation beurteilt. Hier sollte man auf jeden Fall „Gut“ ankreuzen, um nicht unnötige Zweifel aufkommen zu lassen. Ansonsten werden noch ein paar theoretische Fragen gestellt. Multiple-Choice-Aufgaben wie zum Beispiel:

„Ab wie viel Promille darf man noch ein Kraftfahrzeug führen?“ oder kleine Rechenaufgaben wie „Ein Mann mit 80 KG hat in einem Zeitraum von 2 Stunden 2 Liter Bier zu sich genommen. Wie viel Promille hat dieser nach den 2 Stunden?“

Die Fragebögen unterscheiden sich natürlich je nach Umständen. Das war jetzt nur ein exemplarisches Beispiel für ein Alkohol MPU. Aber auch hier gilt wie bei den anderen Teilbereichen: keine Panik. Das Ausfüllen des Fragebogens ist sowieso der „einfachste Teil“ und erfolgt nebenbei. Man hat dafür sehr viel Zeit und kann diesen in Ruhe ausfüllen. Meistens wird der Fragebogen auch nur zu Beurteilung herangezogen, wenn das Gutachten auf der Kippe steht. Wenn das Gespräch mit Bravur gemeistert wird, dann sollten das ein oder andere Manko im Fragebogen kein ernsthaftes Problem sein.

Der schwierige Part: das psychologische Gespräch

Der hartnäckigste Part im gesamten MPU Test ist das Gespräch mit dem Gutachter. Hier steht und fällt das positive Gutachten. Denn letztendlich entscheidet der Psychologe, ob du geeignet bist wieder am Straßenverkehr teilzunehmen. Indirekt trägt dieser auch eine gewisse Verantwortung, weshalb dieser auch so genau nachhakt und tief im Leben des Prüflings herum bohrt. In dem Gespräch geht es im Grunde genommen darum, den Psychologen zu überzeugen, dass man seine alten Gewohnheiten, die dafür verantwortlich waren, dass man an diesem Tag an dem Tisch sitzt, abgelegt hat und nun verantwortungsvoll mit seinem Konsum umgeht. Bei Alkohol will der Psychologe beispielsweise sehen, dass man gelernt hat, sein Trinkverhalten zu kontrollieren und gewisse Gewohnheiten verinnerlicht hat. Bei ganz schweren Fällen wird eine Alkoholabstinenz veranlasst. Hier muss man den Gutachter davon überzeugen, dass man mit dem Thema Alkohol ein für alle mal abgeschlossen hat. Doch in der Regel ist das „kontrollierte Trinken“ die gängigere Methode, die bei den meisten Fällen praktiziert wird.

Gespräch rund um die Fragestellung: Drogen

Bei Drogen und Rauschmitteln sieht das ganze schon etwas anders bzw. schärfer aus. Hier wollen die Gutachter häufig hören, dass man seinen Freundeskreis gewechselt hat und mit Sachen Drogen gar nichts mehr am Hut hat. In Deutschland sieht diesbezüglich die Gesetzeslage auch etwas anders aus als bei Alkohol. Alkohol ist ein anerkanntes Rauschmittel in Deutschland. Hier gibt möchte man beispielsweise einem jungen Menschen den Alkoholkonsum nicht verbieten sondern die Chance geben, kontrolliert damit umzugehen. Drogen sind allerdings eher ein Tabu-Thema und hier sollte man seinen Konsum grundlegend überdenken. Und wenn man sich damit nicht auseinandersetzen möchte, dann sollte man rethorisch begabt und so gut vorbereitet sein, dass der Gutachter einem alles voll und ganz abkauft.

Tag des MPU Test – wie läuft das ganze ab?

Das ganze Prozedere dauert in etwa ca. 3-4 Stunden. Nimm dir also am Besten den gesamten Vormittag frei und komm vor allem gut ausgeschlafen zur Untersuchung. Du brauchst nichts mitzunehmen, außer deinen Personalausweis sowie das Geld, welches von dir für die Untersuchung verlangt wird. Je nach Umständen natürlich noch weitere Unterlagen wie z.B. Abstinenznachweise oder Ergebnisse von Urinproben und Haaranalysen. Die Kosten für den MPU Test liegen in etwa bei 400-600€. Als aller erstes meldest du dich beim Empfang an. Nachdem diese kleinen Formellen Dinge wie die Anmeldung und das Bezahlen erledigt sind, wirst du in der Regel in einen Warteraum weitergewiesen. Hier hast du nun Zeit in Ruhe den Fragebogen auszufüllen. Du wirst wahrscheinlich nicht der einzige vor Ort sein, sodass hier mehrere Leute in einem Raum sitzen. Nun sitzt du im Prinzip dort deine Zeit ab, bis die einzelnen Stationen (Medizin-Test, Leistungstest, Gespräch) durchlaufen sind. Bei den einzelnen Stationen gibt es nicht umbedingt eine Reihenfolge. Es kann sein, dass du das z.B. das Gespräch als erstes absolvierst oder auch erst als letzte Station anpeilst. Ansonsten ist der allgemeine Ablauf eigentlich recht entspannt und es gibt hier keinen Anlass, die Ruhe zu verlieren. Die jeweiligen Abläufe können sich aber natürlich von Prüfstelle zu Prüfstelle unterscheiden.