veröffentlicht am 1. September 2016 in MPU ohne Vorbereitung von

MPU ohne Vorbereitung bestehen – ist das möglich?

mpu ohne vorbereitung bestehenGrundsätzlich: ja! Klar ist das möglich. Es benötigt nicht zwangsläufig eine Vorbereitung. Aber ohne diese wird es extrem schwierig. Die Durchfallquote liegt bei über 50%. Die Durchfallquote derjenigen, die keine Vorbereitung in Anspruch genommen haben, ist wahrscheinlich noch um einige höher und müsste schätzungsweise bei ca. 60-90% liegen. Je nach Umständen kostet solch ein medizinisch-psychologischer-Test um die 400-600€. Geld, was man auch einfach von Beginn an in eine ordentliche Vorbereitung investiert hätte können. Zumal es auch keine Garantie gibt, dass man im zweiten Anlauf besteht. Denn nach dem ersten Test ist man nicht unbedingt viel schlauer. Man kann sich nur ungefähr vorstellen, was auf einen zukommt. Wenn du keine intensive Vorbereitung in Anspruch nehmen solltest, solltest du dich zumindest mit ordentlichem Infomaterial eindecken. Hierfür gibt es einige ordentliche Kurse bzw. Angebote, auf die ich hier eingehe. Die Kosten liegen in etwa bei ca. 20-100€. Das ist schon das mindeste, was man bereit sein sollte zu investieren. Denn wie gesagt: eine MPU komplett ohne Vorbereitung zu bestehen wird sehr sehr schwierig.

Warum eine MPU ohne Vorbereitung so schwierig zu bestehen ist

Wenn man das ganze auf die leichte Schulter nimmt und unvorbereitet zur medizinisch-psychologischen-Untersuchung erscheint, hat man folgendes großes Problem: man hat das Thema bzw. die Problematik nicht verinnerlicht. Und das ist eine ganz schlechte Grundlage für das psychlogische Gespräch. Der Reaktionstest, der medizinische Test sowie der Fragebogen sind keine all zu großen Hürden und sollten auch ohne Vorbereitung möglich sein. Aber im Gespräch steht und fällt das positive Gutachten. Du musst folgendes bedenken. Vor dir wird ein Fachmann sitzen, der jeden Tag Leute wie du vor sich sitzen hat – und das seit Jahren. Das heißt, dass diese Leute extrem gut darin sind zu erkennen, ob jemand lügt oder ob es derjenige wirklich verstanden hat. Bei Zweifeln werden die Fragen immer schwieriger und wenn man keine passenden Antworten hat, verzwickt man sich schnell in Widersprüche. Die Psychologen sind einfach sehr gut darin Unsicherheit zu erkennen und auf die Probe zu stellen. Ein weiterer Punkt ist: je nach MPU kommen auch unterschiedliche Hürden auf dich zu. Bei einer Alkohol MPU musst du zum Beispiel sehr gut mit Trinkeinheiten umgehen können. (z.B. 0,2 Liter Bier = 1 Trinkeinheit). Man muss in der Lage sein, den Alkoholkonsum von exemplarischen Beispielen in Trinkeinheiten wiederzugeben oder die Menge der Trinkeinheiten am Tag des Deliktes wiederzugeben. Solche Dinge müssen einfach sitzen und wenn man hier groß überlegt, verdeutlicht man dem Gutachter, dass man sich wahrscheinlich nicht ernsthaft mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Das ist aber nur ein kleines Beispiel. In einem einstündigen Gespräch können sehr viele unangenehme Fragen gestellt werden, auf die man unvorbereitet nicht sofort die passende Antwort haben wird. Mit einer guten Vorbereitung ist man aber auf solche Fragen eingestellt und hat n der Regel keine Probleme, den MPU Test positiv zu meisten. Ich habe selbst eine MPU hinter mir und war bereits nach ca. 35 Minuten mit dem Gespräch durch – aber auch nur dank einer angemessenen Vorbereitung.

Negativer Eindruck bei MPU ohne Vorbereitung

Ein weiteres Merkmal, welches gegen eine medizinisch-psychlogische-Untersuchung ohne Vorbereitung spricht, ist der negative erste Eindruck, der beim Gutachter entsteht. Zwar behandelt der Psychologe die Personen, die einen Vorbereitungskurs absolviert haben nicht besser, dennoch ist der Eindruck dadurch nicht umbedingt positiv. Je nach Umstand und Schwere des Deliktes wird der Gutachter vielleicht besonders deutlich in die Tiefe gehen, da unter gewissen Umständen eine Vorbereitung eigentlich notwendig ist, um alte Verhaltensmuster abzulegen. Jemand der beispielsweise mit 2 Promille mit dem Auto erwischt wurde, hat definitiv ein Problem, mit welchem man sich ernsthaft auseinander setzen muss. Hier ist Selbstreflexion ein wichtiges Thema, welche ein zentrales Thema der Vorbereitung ist. Wie gesagt: grundsätzlich ist es nicht unmöglich einen MPU Test ohne Vorbereitung zu bestehen. Wenn du aus kostentechnischen Gründen keine Einzel- oder Gruppensitzungen beim Fachmann beanspruchen willst, solltest du dir zumindest ein ausführliches Infoprodukt zulegen, damit du nicht komplett unvorbereitet zur Untersuchung erscheinst.

 


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