MPU Gutachten anfechten – realistische Chancen?

negatives mpu gutachten anfechtenEin negatives Gutachten ist keine Seltenheit. Laut Statistik fallen über 50% beim medizinisch-psychologischen-Test durch. Eine Szenario, welches man natürlich niemandem wünscht. Denn zu einem war der ganze Prozess bis zur MPU sowohl zeitintensiv als auch sehr nervenraubend. Zum anderen bringt ein negatives Gutachten auch weitere Kosten mit sich. Denn je nach Umständen kostet solch eine Untersuchung ca. 400-600€. Da wünscht man natürlich niemandem eine zweite Untersuchung. Deshalb fragen sich viele Betroffene auch, ob man nicht auch einfach ein negatives MPU Gutachten anfechten könne. Hier erfährst du, ob bei diesem Vorhaben realistische Chancen bestehen und wie man am Besten nach einem negativen Gutachten vorgeht.

Negative MPU anfechten – was du wissen solltest

Grundsätzlich kann man theoretisch klagen, wenn man mit der Dienstleistung der jeweiligen Prüfstelle als Vertragspartner unzufrieden ist. Doch um hier überhaupt realistische Chancen zu haben, benötigt man Beweise um dies zu belegen. Solche Beweise wären beispielsweise Bild- und Tonaufnahmen, die während des Gesprächs aufgezeichnet wurden. Der aktuellen Gesetzeslage zu Folge hat ein Prüfling hier aber keinen Anspruch drauf. Es gibt jedoch Prüfstellen, die so etwas in der Art freiwillig anbieten. Hier sollte man sich am Besten im Vorfeld informieren. Das du aber wahrscheinlich hier gelandet bist, da du ein negatives Gutachten erhalten hast, ist es dafür wahrscheinlich sowieso schon zu spät. Und selbst wenn, wäre es aus folgendem Grund nicht empfehlenswert.

Zeit- und kostenintensiver Prozess

Die Erfolgschancen sind laut Experten grundsätzlich sehr schlecht. Allein aus diesem Grund, sollte man sich wirklich lieber 2 mal Fragen, ob man wirklich ein negatives MPU Gutachten anfechten möchte. Denn solch ein Prozess kann über mehrere Jahre andauern und sehr viele Kosten verschlingen. Da lohnt es sich in der Regel immer einfach abzuwarten und sich auf die 2. MPU noch besser vorzubereiten und zu analysieren, wieso das Gutachten negativ ausgefallen ist.

Negative Folgen im Falle einer Niederlage

Ein weiterer Punkt, warum es sich nicht lohnt ein negatives Gutachten anzufechten: damit man rechtliche Schritte eingehen kann, muss man die Ablehnung bezüglich der Ausstellung des Führerscheins von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde erhalten. Das setzt voraus, dass du das negative Gutachten diesen zukommen lässt und dieses dann in die Führerscheinakte aufgenommen wird. Ein negatives Gutachten hat in dieser aber grundsätzlich nichts zu suchen.

[alert type=“info“]Wenn du ein negatives MPU Gutachten erhältst, solltest du dieses nur für dich aufbewahren und nicht der Führerscheinstelle zukommen lassen. Ein negatives Gutachten in der Führerscheinakte bringt nur Nachteile mit sich.[/alert]

Denn zum einen stehen in so einem negativen Gutachten keine netten Dinge über dich, was die zuständige Behörde durch dieses erfahren wird. Und diese ist letztendlich dafür verantwortlich, ob und wann du deinen Führerschein zurück erhältst. Ein Gutachten dient hier nur als Grundlage zur Entscheidungsfindung. Des weiteren stehen in solch einem Gutachten Empfehlungen über den Prüfling geschrieben. Sollte es zu einer zweiten Untersuchung kommen, wird der Gutachter auf diese spezieller eingehen und hier nachhaken. Ebenfalls ein Aspekt, mit welchem du dich nur selbst belasten würdest.

Alternative zum Anfechten der MPU

Alternativ besteht die Möglichkeit ein Zweitgutachten bzw. eine Kontrast / Obergutachten erstellen zu lassen, aus welchem hervorgeht, dass der erste Gutachter mit seiner Entscheidung nicht Recht hatte. Die Voraussetzung hierfür ist aber, dass dem Kontrast-Gutachter das negative Ergebnis vorgelegt wird. Zudem akzeptiert die Verwaltungsbehörde solch ein Gutachten nur, wenn es von einem Gutachter erstellt wurde, welcher auch dazu befugt ist, ein Erstgutachten auszustellen. Und diese wurden höchstwahrscheinlich im gleichen Haus, dem TÜV, ausgebildet. Daher ist ein Obergutachter auch nicht umbedingt scharf darauf seinen Kollegen oder Ex-Kollegen ans Bein zu pinkeln. Zudem diese auch grundsätzlich davon ausgehen, dass die Kollegen nicht irgendwelche Laien sind, die ihren Job nicht verstehen. Aber das heißt nicht, dass es unmöglich ist – auf keinen Fall. Aber man sollte sich vielleicht ernsthaften fragen ob Abwarten und eine neue Untersuchung mit einer besseren Vorbereitung nicht einfach die bessere Alternative wäre.

 

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