mpu verjährungNiemand ist begeistert, wenn es ihn trifft: die Verordnung einer MPU zwecks Wiedererlangung der Fahrerlaubnis durch die ausstellende Führerscheinbehörde. Der ein oder andere ist weder bereit noch gewillt diese Situation zu akzeptieren und sich der die Auseinandersetzung der medizinisch-psychologischen-Untersuchung zu stellen. Die Frage, ob es möglich ist eine Begutachtung der Fahrtauglichkeit auch ohne eine Vorbereitung zu bestehen, sollte genauer betrachtet werden. Gibt es die Möglichkeit der Mpu ohne Vorbereitung? Eine Alternative ist der EU Führerschein. In diesem Fall kann man den Führerschein in jedem anderen Land der EU neu beantragen. Ein Vorteil ist, dass man auf diesem Weg in der Regel mehr Geld spart, als sich einer MPU zu unterziehen – wenn man in diesem Land ohne Zusätzliche Kosten einen Wohnsitz hat. Denn der EU Führerschein ist an einige Kriterien geknüpft, weshalb das Ganze nicht so einfach ist. Zum einem muss man einen festen Wohnsitz für 185 Tage in dem Land nachweisen, in dem man den EU-Führerschein neu beantragen möchte. Eine weitere bekannte Möglichkeit und das Hauptthema dieses Beitrags  –  die MPU Verjährung. Bei der MPU Verjährung sitzt man mehr oder weniger die Situation einfach aus und wartet darauf, dass man seinen Führerschein wiederbekommt. Aber ist diese Variante wirklich sinnvoll?

Für wen kommt eine MPU Verjährung in Betracht?

mpu verjähren lassenUm es kurz zu sagen: eine Verjährung kommt so ziemlich für kaum jemanden in Betracht. Das Problem ist die extrem lange Verjährungsfrist und die Grundeinstellung zum eigenen Auto, welche sich in den letzten Jahren manifestiert hat. Bis zu 15 Jahre dauert es, bis die Tat verjährt ist und bis man seinen Führerschein wiederbekommt. Diese Zeit setzt sich aus zwei Perioden zusammen. Zunächst dauert es 5 Jahre, bis ein Gericht entscheidet, dass die Verjährungsfrist beginnen kann. Und erst nach diesem Urteil beginnt die Verjährungsfrist von 10 Jahren die es braucht, damit dein Vergehen aus der Führerscheinakte gelöscht wird. Anschließend kannst du nicht mehr für diese/s Vergehen belangt und eine MPU verlangt werden. Sollten in der Zwischenzeit allerdings andere Vergehen oder Straftaten auf dem Konto des Betroffenen landen, steht man wieder am Anfang.

Viele sind auf ihren Führerschein angewiesen, für ihren Job oder auch aus persönlichen, ganz privaten Gründen. In vielen Städten gibt es ein gutes funktionierendes System öffentlicher Verkehrsmittel. Aber nur die wenigsten sind bereit, den Luxus eines eigenen Fahrzeuges und der damit verbundenen Flexibilität gegen Bus und Bahn einzutauschen.

Ein weiteres Problem ist, dass es durchaus verständliche Gründe für den Verlust der Fahrerlaubnis gegeben hat. Bei Genusses von Alkohol, Drogen oder auch aufgrund anderer vorausgegangener Fehlverhalten ist es sicher die beste Entscheidung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Im ersten Moment ist es durchaus nachvollziehbar, sich über die Auferlegung einer MPU zu ärgern. Ein Grund dafür sind die nicht unerheblichen Kosten, die mit einer MPU verbunden sind. (Mittlerweile gibt es allerdings auch kostengünstige Wege sich vorzubereiten. Mehr dazu in unserem Beitrag zur MPU Vorbereitung). Über eine Sache kannst du dir aber sicher sein: viele Prüflinge waren im Nachhinein durchaus dankbar für die Chance, ihre Situation genauer zu betrachten und gegebenenfalls Veränderungen in ihrem Leben vorzunehmen.

Die genauen Hintergründe zur MPU Verjährung

Eine MPU Verjährung im Sinne der MPU gibt es eigentlich so nicht. Viel mehr geht es hierbei darum, dass das begangene Delikt aus der Führerscheinakte gelöscht wird und somit auch nicht mehr gegen dich verwendet werden darf. Damit es zu einer kompletten Löschung kommt, muss man sich erst einmal 5 Jahre unauffällig im Straßenverkehr bewegen. Das heißt, keine Delikte und Auffälligkeiten bzw. Einträge mehr, was den Straßenverkehr angeht. Dazu zählt auch das Verhalten als Fußgänger oder Radfahrer. Denn auch als Fußgänger oder als Radfahrer ist man Teilnehmer des Straßenverkehrs. Wer nun auf dem Fahrrad mit Alkohol erwischt wird, wird mit einem weiteren Eintrag in die Führerscheinakte rechnen müssen. Damit geht natürlich der der ganze Prozess wieder von vorn los. Doch das ist noch nicht alles. Die Rede war ja schließlich von 15 Jahren. Nachdem man 5 Jahre hinter sich gebracht hat, beginnt eigentlich erst die richtige Verjährungsfrist. Und diese dauert 10 Jahre. Also im besten Fall hast du in 15 Jahre deinen Führerschein wieder.

Gute Vorbereitung anstatt Verjährung

Auch wenn du zuvor eine Verjährung der MPU in Betracht gezogen hattest wirst du die Sinnhaftigkeit dessen wahrscheinlich überdacht und von deinem Vorhaben abgesehen haben. Auch der EU Führerschein oder das Vorhaben ohne Vorbereitung sind nicht gerade die besten Ideen. Die einzige adäquate Lösung ist, sich so vorbereiten, dass die Kosten möglichst minimiert werden. Dieses erreichst du vor allem, wenn du die medizinisch-psychologisch-Untersuchung auf Anhieb bestehst. Allein die Prüfung kostet ca. 400 bis 500€. Jede weitere Prüfung würde also eine ordentliche Stange Geld kosten. Hinzu kommen die Kosten für die Beratungsstunden oder für den eventuell geforderten Abstinenznachweis. Letzterer kann immer dann gefordert werden, wenn ein Delikt in Verbindung mit Drogen oder Alkohol zum Verlust der Fahrerlaubnis geführt hat. Je nach Vorbereitung und Bedarf können hier auch noch mal 500 bis 1.000€ fällig werden. Wer also nicht auf sein Auto verzichten will oder kann, dem wird die Alternative der Verjährung nicht attraktiv genug erscheinen. Das eigene Auto ist ein Bequemlichkeit, auf die nur die wenigsten zu verzichten bereit sind und somit bleibt nur eins: sich der Situation stellen.

Um einen groben Überblick zu bekommen, was dich bei der Prüfung erwartet, kannst du hier klicken für Infos zum MPU Test. Bei Fragen kannst du gerne die Kommentarfunktion nutzen!

MPU Verjährung – wie sinnvoll ist das Warten auf Verjährung?
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